
Ein Tsunami ist eine Serie sehr langer und schneller Wellen, die meist durch starke Erschütterungen des Meeresbodens ausgelöst werden. Damit ein Tsunami entstehen kann, braucht es eine plötzliche, gewaltige Verdrängung großer Wassermassen. Die häufigste Ursache dafür sind starke Erdbeben unter dem Meeresboden. Wenn sich die Erdplatten ruckartig verschieben, hebt oder senkt sich der Meeresgrund. Dadurch wird das darüberliegende Wasser abrupt in Bewegung gesetzt.
Die entstehende Energie breitet sich dann wellenförmig über das Meer aus. Anders als gewöhnliche Windwellen bewegen sich Tsunamiwellen nicht nur an der Oberfläche, sondern durchdringen die gesamte Wassertiefe. Deshalb können sie sich mit sehr hoher Geschwindigkeit ausbreiten, oft schneller als ein Flugzeug. Auf dem offenen Meer sind sie kaum wahrnehmbar, weil ihre Wellenhöhe dort meist nur wenige Dezimeter beträgt.
Erreicht ein Tsunami jedoch flacheres Küstengebiet, verändert sich sein Verhalten. Die Wellen werden langsamer, gleichzeitig steigt ihre Höhe stark an, weil die Energie in weniger Wassertiefe zusammengedrückt wird. Dadurch können sie sich zu mehreren Meter hohen Wasserwänden aufbauen, die beim Auftreffen auf die Küste große Zerstörung verursachen. Ein Tsunami besteht fast nie aus einer einzelnen Welle, sondern aus einer ganzen Wellenserie, die über Minuten oder sogar Stunden hinweg an Land treffen kann.
Neben Erdbeben können auch Vulkanausbrüche, Hangrutsche unter Wasser oder sehr selten Meteoriteneinschläge Tsunamis auslösen. Entscheidend ist immer, dass große Wassermassen plötzlich verschoben werden.